Arbeiten im Juni

Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni kann eine bis zu zweiwöchigen Trachtlücke zu rechnen. In dieser Zeit ist besonders darauf zu achten, dass bei der Entnahme schleuderfähiger Honigräume ausreichend Honigwaben im Volk verbleiben, damit die Bienen diese Phase ohne Futtermangel überbrücken können.

Im Anschluss beginnt die Frühsommertracht, vor allem mit der Himbeerblüte, die vielerorts eine wichtige Nektarquelle darstellt. Im Juni erreicht die Volksentwicklung ihren Höhepunkt: Die Völker sind sehr stark, der Brutumfang ist maximal und die Schwarmneigung entsprechend hoch. Mit der Sommersonnenwende setzt allmählich eine natürliche Umstellung ein, und die Volksentwicklung geht langsam wieder zurück.

 

Sofern nicht bereits Ende Mai erfolgt, wird nun die erste Honigernte (Mai-Schleuderung) durchgeführt. Parallel dazu ist in diesem Monat weiterhin eine regelmäßige Kontrolle der Völker im Abstand von 7 bis 9 Tagen notwendig. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Weiselzellenkontrolle, um Schwarmtrieb rechtzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einleiten zu können. Mit Beginn der Lindenblüte lässt der Schwarmtrieb nach und eine regelmäßige Kontrolle ist nicht mehr erforderlich. Gleichzeitig sollte stets auf Anzeichen von Krankheiten oder Auffälligkeiten im Brutbild geachtet werden.

 

Mitte Juni, etwa 14 Tage vor Ende der Lindenblüte kann die Königin gekäfigt werden um eine Varroabehandlung und ein Wechsel der Altwaben vorzubereiten. 

Die Ablegerbildung sollte in dieser Zeit aktiv genutzt werden. Sie ist ein wirkungsvolles Mittel sowohl zur Schwarmverhinderung als auch zur Senkung des Varroadrucks in den Wirtschaftsvölkern. Bereits im Mai gebildete Ableger benötigen nun besondere Aufmerksamkeit: Sie müssen regelmäßig gefüttert werden und sind nach erfolgreicher Begattung der jungen Königin schrittweise zu erweitern, damit sie sich stabil entwickeln können.

Wenn die Linde verblüht ist, dass kann auch schon gegen Ende Juni der Fall sein, kann abhängig von Trachtverlauf und Witterung, die zweite Honigschleuderung durchgeführt werden.