Arbeiten mit dem Schied/ angepasster Brutraum

 

Vor- und Nachteile des angepassten Brutraums 

  • Da die Königin im angepassten Brutraum nur begrenzt Platz hat, nutzt sie die ganze Wabenfläche aus. Das Brutnest ist kompakter und die Bienen können besser heizen. Dadurch können auch Völker, die schwach ausgewintert haben, schnell Bienenmasse aufbauen.
  • Honig lagern die Bienen ausschließlich im Honigraum ein – der Imker kann dadurch mehr Honig ernten. Aber Achtung: Das Volk hat im Brutraum fast keine Honigreserven. Nimmt der Imker alle Honigräume herunter, kann das Volk innerhalb kürzester Zeit verhungern.
  • Besonders bei Massentrachten wie dem Raps tragen die Bienen viel Pollen ein, der die Königin bei der Brutnesterweiterung stört. Dadurch kommen Völker schnell in Schwarmstimmung. Im angepassten Brutraum lässt sich die Schwarmstimmung deshalb besser steuern.
  • Damit der Imker den Platzbedarf der Königin gut einschätzen kann, benötigt er einiges an Erfahrung. Erweitert man zu spät, bauen die Bienen im Leerraum hinter dem Schied Wildbau. Erweitert man zu früh, lagern sie Pollen und Honig ein.

Dadantbeute – Arbeiten mit dem Schied

Die Dadantbeute gehört zu den Großraumbeuten. Statt viele Waben „auf Vorrat“ frei zu lassen, wird der Raum mit dem Schied so weit verkleinert, dass:

  • alle freigegebenen Waben voll mit Bienen besetzt sind,
  • das Brutnest kompakt und warm bleibt,
  • der nicht als Nahrung genutzte Nektar in den Honigraum wandert,
  • bei Platzbedarf des Volkes ein weiterer Honigraum gegeben wird und so der in Schwarmtrieb niedrig gehalten wird.

Der Brutraum wird ständig an die Volksstärke angepasst.


Wie erkenne ich die richtige Brutraumgröße?

Kurz die Beute öffnen und den Bienensitz anschauen (nicht auf die Brut!):

  • Jede freigegebene Wabe ist beidseitig gut besetzt → passt
  • Randwaben werden nur halb besetzt → Schied enger
  • Bienen „drängeln“ vor dem Schied → Mittelwand/ Honigraum geben

Faustregel Dadant:
Früh im Jahr 4–5 Waben, später 6–8, nur sehr starke Völker 9–10. 
Vor dem Einfüttern 11 Waben geben


Verwenden des Schieds im Jahreslauf für Dadant

Frühling (Aufbauphase)

  1. Beute öffnen, Besatz zählen; Beispiel: Die Bienen sitzen fest auf 5 Brutwaben.
  2. Schied direkt hinter die 5. Wabe setzen; alle leeren Randwaben entfernen (später wieder verwenden).
  3. Wärme halten, So bleiben Brut und Futter in einem kompakten Block.

Ergebnis: Das Volk entwickelt sich schnell nach vorne.


Wachstum (Erweitern — aber richtig)

Wenn die Bienen auf allen 5 Waben stehen UND vor dem Schied drängeln:

  • 1 Mittelwand direkt am Schied einhängen
  • 5–7 Tage warten
  • erst wieder erweitern, wenn sie die neue Wabe annehmen und pflegen

Nie mehrere Mittelwände auf einmal geben
Nie mitten in das Brutnest hängen
Bei Dadant baut das Volk von innen nach außen — das ist gewollt.


Honigzeit (Honigräume statt Brutraum vergrößern)

Sobald Bau- und Sammeltrieb einsetzt:

  • Honigraum aufsetzen (mit ausgebauten Waben oder Mittelwänden)
  • bei Bedarf den 2. Honigraum oben drauf

Der Brutraum bleibt kompakt.
Alles, was überschüssig ist, wandert nach oben - keinen „Brutraum aufreißen“!


Schwarmzeit (steuern des Schwarmtriebs)
Im angepassten Brutraum:

  • Brutnest bleibt warm und geschlossen - weniger Schwarmdruck
  • junge Bienen arbeiten oben im Honigraum

Zusätzlich:

  • alle 7–9 Tage kurz auf Weiselzellen prüfen
  • bei sehr starkem Volk 1 Brutwabe entnehmen (Ableger bilden)
  • Brutentnahme + kompakter Brutraum = starke Schwarmdämpfung.

Einfüttern (Wintervorbereitung)
Struktur herstellen:

  • Brutnest mittig
    durch Gabe von Mittelwänden auf 11 Brutwaben erweitern 
    das Schied nach außen setzen so setzen, dass die Wintertraube kompakt sitzt
  • bei 11 Waben kann ohne große Störung des Biens Waben durch seitliches Abrücken gelöst werden z. B. für die Entnahme der Futterkranzprobe. Auf 11 Waben kann genug Winterfutter eingelagert werden.
  • Dann zügig einfüttern — die Bienen sollen den Futterblock geschlossen anlegen.

Winter

  • wenig Raum → wenig Heizleistung
  • ruhige Wintertraube
  • im Spätwinter nur kurz Futter kontrollieren

Das Volk in Ruhe lassen


Häufige Fehler beim Arbeiten mit der Dadant-Beute

  • Zu viel Raum - Brut kühlt aus, Volk stagniert, später Schwarmneigung
  • Zu spät erweitern - Honig landet im Brutraum, Brut wird blockiert
  • Mittelwand mitten ins Brutnest - Störung des „Bien“, Entwicklung stoppt
  • Schied nur „irgendwo“ - dann hast du keinen angepassten Brutraum mehr

Hilfreiche Tipps

  • Waben nach Bienensitz, nicht nach Brutmenge beurteilen
  • Honigräume früh geben — das nimmt den Druck
  • Brutentnahme und Ablegerbildung mit einplanen
  • Waben jährlich rotieren (alt nach außen → raus)